Nahe-Radweg: Sanftes Dahingleiten, tolle Aussichten, radeln zwischen Fels & Wein

Gleich unterhalb der Felsenkirche in Idar–Oberstein beginne ich in der malerischen Altstadt meine Route durch das Nahetal. Die Beschilderung ist durchgängig gut, allerdings braucht man etwas Geduld, bis man dann wirklich auf einem Radweg landet. Der erste Teil verläuft auf wenig befahrenen Straßen oder neben der Hauptstraße. An einigen Stellen wäre eine abgeflachte Bordsteinkante wünschenswert – diese mit dem MTB runter und wieder hochzuspringen sind zwar Peanuts – aber für Radler mit Kinderanhänger sieht das ganz anders aus!


(Juli 2010) Nichts desto trotz hat man bald ein gutes Gefühl auf dem gut ausgebauten Radweg. In Kirnsulzbach überquere ich die Nahe. Die dann folgende Stadt Kirn wird von der Kyrburg dominiert – wehe dem Burgherrn, wenn er beim Einkaufen etwas vergisst, denn der Weg ins Tal ist weit!

Ab hier geht es dann stetig voran Richtung Weinanbaugebiet, die erste Winzerstadt ist Meddersheim (km 30) und ab hier macht es immer mehr Freude.

Auf der Rückseite von Bad Sobernheim führt der Radweg hinter dem Ort her – ich kollidierte fast mit übermütigen Teenagern, die nach Schulschluss ins Wochenende sprinteten, aber ansonsten ist es ruhig – zur Rast laden hier ein: Das Sommercafé und der Freizeitpark mit dem Barfusspfad.

Da ich allerdings die gesamte Strecke bis Bingen noch vor mir habe, genieße ich weiterhin das sanfte Dahingleiten auf  breiten Wirtschaftswegen, teilweise direkt an der Nahe vorbei. Die Pause muss warten.

Dass es in der Region auch einiges an Tieren gibt, die nicht jeder mag, war mir bis dato auch noch nicht bewusst gewesen. "Lieber Schlangestehen als auf der Schlange stehen", sagt man da wohl.

In Boos tun sich steile Felswände auf und von dort geht es dann ziemlich steil bergauf. Die Weinreben trösten mich über die Steigung hinweg, und direkt durch die Weinabfüllanlagen von Schloss Gaudersau durch, kürzt der Radweg den Rest des Anstieges ab. Ein toller Blick über das Tal ist genauso eine Belohnung für die Mühen wie die darauf folgende Abfahrt.

In Niederhausen (die Naheweinkönigin hieß 2009 übrigens Carolin) wird durch den Damm des Wasserkraftwerkes nicht nur Strom erzeugt, sondern der Creuznacher Ruderverein hat hier ein tolles Trainingsgelände für Kanuten und Ruderer kreiert.

Der dann folgende Teil des Radweges ist ein weiteres Highlight: Zwar nicht asphaltiert, aber sehr gut zu fahren geht es auf der alten Bahntrasse in Richtung Bad Münster am Stein-Ebernburg an alpin anmutenden senkrechten Felswänden vorbei…bin ich in Rheinland Pfalz oder in den Alpen, frage ich mich…

Bad Münster am Stein empfängt mich mit Kurkliniken, Cafés und einem Spielplatz und bald habe ich bei der Fahrt unter alten Bäumen hindurch das Salinental und somit Bad Kreuznach erreicht. Als 6 jähriger war ich hier in Kur und hasste nicht nur die Salinen, sondern auch den Ort – seitdem war ich nicht mehr dort gewesen. Um es kurz zu machen: Wir haben uns versöhnt. Der Radweg führt direkt durch die Altstadt mit altem Kopfsteinpflaster, Kultur pur und ein leckeres Mittagessen direkt an der Nahe habe ich mir auch noch gegönnt. Gut gestärkt über den Nahedeich nehme ich nun die letzten Kilometer in Richtung Rheintal in Angriff.

Anfangs noch ruhig, mit ländlichem Flair, komme ich nun einige Male noch an Industriegebieten vorbei und muss einige Straßen queren. Im Schlussteil erwarten mich dann neben einer Brücke mit Treppe (an der ich allerdings  nicht absteigen musste…) wieder ruhige Wirtschaftswege, Maisfelder und der Blick auf das nahe Rheintal. Nahe im sinne von nicht fern, nicht Nahe – Rheintal.

In Bingen ein letztes Foto von der Brücke, an der das unter mir fließende Wasser noch Nahe heißt und dann Rhein…rein ins nächste Café und noch einmal gestärkt für die Rückfahrt nach Köln…leider im Auto!

Viel Spaß beim (Nach-)Radeln wünscht Euch Marcel Wüst!

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Marcel Wüst
Kirche & ich
Blick ins Nahetal
Blick ins Nahetal - Wie vom Profi-Fotografen, oder?

Weitere Bilder in der Bildergalerie

  • Beschilderung Nahe-Radweg
  • Start: Idar-Oberstein ... Felsenkirche im Hintergrund
  • Idyll
  • Weinlandschaft
  • Auch schön ...
  • Schlangen-Alarm!
  • Pause.
  • "Berg" in Sicht
  • Blick ins Tal
  • Kirche und ich
  • Der Stein von Bad Münster (am Stein)
  • Schön ...
  • Niederhausener Damm
  • Steilwand entlang des Bahntrassen-Radweges
  • "Sole-Dinger" oder richtig: Salinen
  • Text zum Bild ;o)
  • Nicht schön.
  • Bad Kreuznach
  • Kann man rauf und runter fahren ...
  • Das Rheintal naht. (Schönes Wortspiel ...)
  • Blick auf die Nahe, bevor sie in den Rhein mündet.

    

Weitere Informationen zum Nahe-Radweg

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