runde Ecke

Auf dem Ruwer-Hochwald-
Radweg

"...selbst für gar nicht sportliche Anfänger und Kinder mit Stützrädern ist dieser Radweg (trotz der Kühle) wärmstens zu empfehlen!"

Ruwer-Hochwald-Radweg … hier lässt es sich locker radeln!

Als Genussradfahrer, der ich nun auch immer häufiger bin, fährt man ja am liebsten flache Strecken. Also kann man den Genießer auf zwei Rädern getrost als den Sprinter der radfahrenden Zunft bezeichnen – denn diese scheuen die Berge ja auch, oder haben zumindest nie eine innige Liebe zu ihnen aufbauen können. Ich habe mich also auf meiner Fahrt auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg so gut gefühlt, wie ein Fisch in frischem Quellwasser – denn hier ging es hauptsächlich bergab!

Genussradler mit Getränken
Gut gerüstet - oder trink, Schwesterlein, trink!

Auf einem "Bahntrassenradweg" unterwegs zu sein, war für mich nicht nur Neuland, sondern vor allem auch beeindruckend, denn man ist dermaßen weit weg von allem ungeliebten (Verkehr, Motorenlärm und Abgasen), dass man fast vergisst, dass man auch von allen Annehmlichkeiten der Zivilisation genauso weit weg ist – Biergärten, Restaurants und Cafés…

Bei einer genauen Betrachtung der Strecken, und hier ist www.radwanderland.info/ruwer-hochwald-radweg einfach unschlagbar, kann man seine Route allerdings akribisch planen und ehrlich gesagt, ist man auch nie weiter als eine viertel Stunde von den angesprochenen Annehmlichkeiten entfernt – man wird also weder einen Hunger-Ast bekommen, noch dehydriert vom Rad steigen müssen. Diverse Pausenmöglichkeiten mit Bänken und ähnlichem mitten im Wald haben für meinen Begriff nämlich auch ihren Reiz!

Meine Tour auf dem erst im Mai eröffneten und dementsprechend perfekt asphaltierten Bahntrassenradweg startete ich einen guten Monat später, es war Mitte Juni. Allerdings nicht bei erwarteten 20°C oder mehr, sondern bei 15° (oder waren es doch nur 12°C ?)

Journalisten mit ihren Cameras
Journalisten-Linsen: Wie Ihr mir, so ich Euch!

Die Sonne ließ sich auch nicht blicken, dafür ab und an etwas Nieselregen! Meine Journalistenkollegen, die mit auf die Strecke gingen, schien das allerdings weniger zu stören als mich. Also, gute Miene zum feuchtkalten Spiel und losgeradelt – schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern höchstens schlechte Kleidung.

 

 

Marcel Wüst beim Einstellen der Räder

Zuerst hieß es, die Sitzpositionen aller Teilnehmer checken und einstellen (hier noch mal DANKE an das Team von Rheinland – Pfalz Tourismus, denn selten hab ich ein so zweckmäßiges „give away“ wie das Innensechskant Multitool bekommen!)

Kaum losgefahren, nahmen wir Fahrt auf, denn es ging zunächst immer leicht bergab – selbst für gar nicht sportliche Anfänger und Kinder mit Stützrädern ist dieser Radweg (trotz der Kühle) wärmstens zu empfehlen! Die wenigen Straßen die man kreuzte, waren wenig befahren und die Beschilderung der Übergänge hätte besser nicht sein können.

"Anstieg" auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg
Zum Spaß für die Kamera: Dieser "Anstieg" holt einen aus dem Sattel!

Nun warteten wir alle gespannt auf die Stelle, für die sich der Bürgermeister im Vorfeld entschuldigt hatte – denn auf ca. 3 km führte der Radweg von der Bahntrasse weg – das hätte eine "nicht zu vernachlässigende Steigung"  zwischen Kell und Zerf zur Folge… Mal ehrlich: wer diese Miniwelle nicht schafft, der steigt auch bei Gegenwind ab. Wir meisterten den Anstieg natürlich alle ohne Probleme – es war sogar noch Puste genug da für ein paar angeregte Gespräche – nebeneinander, teils zu dritt wohlgemerkt, denn der Radweg war wirklich breit genug.

Im zwischendurch immer enger werdenden Tal (der Radweg ließ sich davon nicht beeindrucken…) hatten wir dementsprechend auch mit dem Gegenverkehr keine Probleme. Die von mir im Vorbeifahren abgelichteten Gruppen kamen mal sportlich ambitioniert daher – leider teils ohne Helm, aber die gutgelaunten Genussradler, die freundlich grüßten und winkten, waren definitiv in der Überzahl!

Ausreißer - oder: Die Suche nach dem verlorenen Helm.
Winke, winke!

Die Tour war landschaftlich wunderschön und in angenehmer Begleitung zügig bergab zu radeln, war ein relaxender und wunderschöner Start in den Tag, der sich inzwischen auch wettermäßig extrem verbessert hatte.

Einkehr am Ruwer-Hochwald-Radweg
Der Radweg zur linken - wir sitzen und trinken!

Die abschließende Rast kurz vor Ruwer, inklusive Mittagessen und weiteren guten Gesprächen, war für mich dann der vorläufige Abschied vom stressfreien Leben: Es folgten viele Kilometer im Freitag-Nachmittagverkehr; inklusive Baustellen und Staus in Richtung Frankfurt Airport – von Genuss keine Spur mehr…

 

Bis Bald in Rheinland Pfalz
Marcel Wüst

 

 

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Kirsten, 29-07-09 15:25:
Hallo,
toller Beitrag.
Freue mich schon auf den nächsten Erlebnisbericht einer rheinland-pfälzischen Strecke.
Eike, 30-07-09 12:39:
Hallo Marcel,
ich bin den Radweg ja weiter bis Trier geradelt und muss sagen: Nach dieser Einkehr-Möglichkeit, von der Du sprichst, hat der Ruwer-Hochwald-Radweg landschaftlich nochmals echt schöne Seiten gezeigt. So ging es zum Beispiel an der Burg Sommerau vorbei und der Ein-Tritt ins Ruwertal, mit den Weinhängen rechter Hand, ist wirklich herrlich. Allein durch Trier musste ich mich etwas (waghalsig) kämpfen: es ging durch den Nachmittagsverkehr und diverse Umleitungen. Übrigens führt mich meine nächste Tour Ende August auf den Ahr-Radweg ... den kennst Du ja schon ;o)

Viel Spaß auf Deinen weiteren Radgenuss-Strecken in RLP!

Sonnige Grüße, Eike
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